Sylvie, was ist das Besondere an der Bildungslandschaft auf Spiekeroog?
Auf Spiekeroog haben wir eine auf den ostfriesischen Inseln einzigartige Bildungslandschaft: Unsere Inselkinder können vom ersten Lebensjahr in der KiTa über die Grund- und Oberschule bis hin zum staatlich anerkannten Gymnasium alle allgemeinbildenden Bildungsgänge vor Ort durchlaufen und sämtliche Schulabschlüsse erwerben. Für eine Gemeinde unserer Größe ist das sogar deutschlandweit außergewöhnlich.
Dieser Erfolg basiert vor allem auf der engen Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, Inselschule und Hermann Lietz-Schule. Diese Kooperationen gilt es weiter zu stärken und auszubauen – denn nur gemeinsam können wir unseren Kindern die bestmögliche Bildung bieten.
Du bist seit zehn Jahren Mitarbeiterin der Hermann Lietz-Schule und hast drei Kinder, die den Kindergarten und die Inselschule besuchen. Wie hat sich der Bildungsbereich in dieser Zeit entwickelt?
In den vergangenen zehn Jahren hat sich im Bildungsbereich auf Spiekeroog sehr viel positiv entwickelt. Ich durfte diese Entwicklung sowohl beruflich an der Hermann Lietz-Schule als auch als Mutter unmittelbar miterleben.
Ein wichtiger Meilenstein war die Einführung der Ganztagsbetreuung im Kindergarten. Gleichzeitig ist es gelungen, dort ein engagiertes und verlässliches Team aufzubauen. Auch an der Inselschule wurde der Ganztag erfolgreich eingeführt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Besonders freue ich mich über den stetigen Ausbau der Nordlichter-Kooperation zwischen Inselschule und Hermann Lietz-Schule. Für unsere Inselkinder ist es heute selbstverständlich, am Gilden- und AG-Angebot der Lietz-Schule teilzunehmen – vor 25 Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Die mittlerweile rund 20-jährige Zusammenarbeit beider Schulen ist eine echte Erfolgsgeschichte und in dieser Form landesweit einzigartig.
Mit der geplanten Schulerweiterung für die Inselschule, die in der vergangenen Legislaturperiode auf den Weg gebracht wurde, steht bereits der nächste wichtige Meilenstein bevor. Insgesamt ist Spiekeroog im Bildungsbereich heute hervorragend aufgestellt – und diesen erfolgreichen Weg sollten wir gemeinsam konsequent weitergehen.
Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Aufgaben für die kommenden Jahre, damit Spiekeroog auch künftig ein starker Bildungsstandort bleibt?
Wir müssen vor allem die besten Rahmenbedingungen für die Menschen schaffen, die hier mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
Dazu gehören die Gewinnung und langfristige Bindung qualifizierter Fachkräfte ebenso wie ausreichend bezahlbarer Wohnraum für Menschen, die auf unsere Insel kommen und dauerhaft bleiben möchten. Gleichzeitig müssen wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessern. Nur so bleibt Spiekeroog ein attraktiver Arbeits- und Lebensort.
Ebenso wichtig ist es, die anstehenden Bauprojekte an der Inselschule und der Hermann Lietz-Schule aktiv und konstruktiv zu begleiten. Gleichzeitig sollten wir die Qualität unserer Bildungsarbeit kontinuierlich weiterentwickeln und auch die Jugendarbeit auf Spiekeroog nachhaltig stärken.
Mein Ziel ist, dass unsere Insel auch künftig ein Ort bleibt, an dem Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zum Abitur die bestmöglichen Chancen erhalten.